raffen

* * *

raf|fen ['rafn̩]:
1. <tr.; hat (Stoff) an einer bestimmten Stelle so zusammenziehen, dass er in Falten fällt und dadurch ein wenig hochgezogen wird:
sie raffte ihren Rock und rannte los; geraffte Gardinen.
Syn.: anheben, aufnehmen, heben, schürzen.
2. <itr.; hat
a) etwas (meist mehrere Dinge) eilig an sich reißen:
er raffte das Wichtigste an sich, als das Feuer ausbrach; sie raffte in aller Eile die Schachteln in ihre Schürze.
Syn.: nehmen, packen, schnappen, stopfen.
b) (abwertend) voller Habgier in seinen Besitz bringen:
Geld an sich raffen; sie rafften [an sich], was sie erreichen konnten.
Syn.: anhäufen, horten, scheffeln (ugs., oft abwertend).
3. <tr.; hat gekürzt, aber in den wesentlichen Punkten wiedergeben:
den Bericht, eine Darstellung raffen.
Syn.: kürzen.
4. <tr.; hat (salopp) verstehen, erfassen:
er rafft es nicht; hast du das endlich gerafft?
Syn.: begreifen, kapieren (ugs.).

* * *

rạf|fen 〈V. tr.; hat
1. schnell, eilig nehmen, fassen
2. gierig nehmen, fassen
3. geizig anhäufen
4. in kleine Falten legen, bauschen (Stoff, Kleid, Vorhang)
5. ein wenig hochheben, an sich ziehen (Schleppe, langes Kleid)
6. 〈Jugendspr.〉 begreifen, verstehen
● alles Geld, Kleider an sich \raffen; geraffte Vorhänge; er rafft es einfach nicht 〈Jugendspr.〉 [<mhd. raffen, engl. rap „reißen“ <germ. *hrap-; zu idg. *(s)ker- „schneiden“]

* * *

rạf|fen <sw. V.; hat [mhd. raffen = zupfen, rupfen, raufen; an sich reißen, urspr. wohl = (ab)schneiden, trennen]:
1.
a) (abwertend) raffgierig in seinen Besitz bringen:
sie rafften [an sich], was sie erreichen konnten;
b) mehrere Dinge zugleich eilig u. voller Hast an sich reißen [u. sie irgendwohin tun].
2. (Stoff) an einer bestimmten Stelle so zusammenhalten, dass er in Falten (1 b) fällt u. dadurch ein wenig hochgezogen wird:
sie raffte den Rock;
geraffte Gardinen.
3. gekürzt, aber in den wesentlichen Punkten wiedergeben:
den Bericht r.
4. (salopp) verstehen, erfassen:
sie rafft es nicht;
hast du das endlich gerafft?

* * *

rạf|fen <sw. V.; hat [mhd. raffen = zupfen, rupfen, raufen; an sich reißen, urspr. wohl = (ab)schneiden, trennen]: 1. a) (abwertend) raffgierig in seinen Besitz bringen: sie rafften [an sich], was sie erreichen konnten; b) mehrere Dinge zugleich eilig u. voller Hast an sich reißen [u. sie irgendwohin tun]: sie raffte in aller Eile die Schachteln in ihre Schürze; Ich raffte mit zitternden Fingern die Kleider aus dem Schrank ... und legte sie in den Koffer (Faller, Frauen 140); Pak raffte heftig die kostbaren Stücke an sich (Baum, Bali 37); Ü Levi hat sich ... mit seiner Stellung als Nummer zwei abgefunden, da er ... in den obersten Etagen der Herut-Partei ... nicht genügend Rückhalt r. (gewinnen) konnte (Wochenpresse 13, 1984, 43). 2. (Stoff) an einer bestimmten Stelle so zusammenhalten, dass er in Falten (1 b) fällt u. dadurch ein wenig hochgezogen wird: sie raffte den Rock; Klaus Manth ... tritt an das Fenster, den Vorhang zur Seite raffend (A. Zweig, Claudia 45); geraffte Gardinen. 3. gekürzt, aber in den wesentlichen Punkten wiedergeben: den Bericht, eine Darstellung r.; Während Homer Szene an Szene reiht ..., rafft (strafft) Vergil das Geschehen zum dramatischen Vorgang (Fest, Im Gegenlicht 257). 4. (salopp) verstehen, erfassen: sie rafft es nicht; hast du das endlich gerafft?; nach 10 Minuten raff' ich's erst, was er gemeint hat (Siems, Coming out 190).

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Raffen — Raffen, verb. reg. act. eilfertig und folglich ohne Ordnung mit den Fingern zu sich reißen. Alles auf einen Haufen zusammen raffen. Seine Sachen zusammen raffen, eilfertig, und ohne Ordnung. Alles zu sich oder an sich raffen, auch figürlich, sich …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • raffen — Vsw std. (14. Jh.), spmhd. raffen, reffen, mndd. rapen Stammwort. Anders gebildet anord. hreppa erlangen . Intensivbildung zu einem Stamm g. * hrap , der außergermanisch nicht vergleichbar ist (vielleicht mit abweichender Wurzelstufe oder… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • raffen — raffen: Mhd. raffen »zupfen, rupfen, raufen; an sich reißen«, niederl. rapen »an sich reißen, einsammeln«, älter engl. to rap »fassen, packen«, norw. rappa »stibitzen, stehlen« sind eng verwandt mit den unter ↑ raspeln behandelten Wörtern und… …   Das Herkunftswörterbuch

  • raffen — V. (Aufbaustufe) sich etw. gierig als Besitz aneignen Synonyme: an sich bringen, zusammenraffen, einsacken (ugs.) Beispiel: Der Geschäftsführer hat den ganzen Gewinn an sich gerafft. raffen V. (Oberstufe) ugs.: den Sinn von etw. erfassen, etw.… …   Extremes Deutsch

  • raffen — rạf·fen; raffte, hat gerafft; [Vt] 1 etwas (an sich (Akk)) raffen pej; so viel von etwas nehmen, wie man bekommen kann <Besitz, Geld, Schmuck raffen> 2 etwas raffen Stoff so halten oder befestigen, dass er Falten bildet <einen Vorhang… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • raffen — 1. a) an sich bringen, sich bereichern, sich Gewinn verschaffen, profitieren, sich Vorteile verschaffen; (ugs.): absahnen, sich die eigenen Taschen füllen, einheimsen, einkassieren, einsacken, herausschlagen, in die eigene Tasche… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Raffen — 1. Der eine rafft die Steine, der andere wirft sie. Einer entwirft die Plane, ein anderer führt sie aus. 2. Raffen ist ein edel Kraut. Holl.: Heel de wereld is op rapen uit. [Zusätze und Ergänzungen] 3. Raff wie du willst, es kriegt s doch ein… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • raffen — raffentr etwverstehen.Parallelzu»begreifen«.Manmachtessichzueigen;vgl⇨Raffe1.Schul1970ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • raffen — verstehen, sich beruhigen ♦ Raff dich (mal)! …   Jugendsprache Lexikon

  • raffen — raafe …   Kölsch Dialekt Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.